Christ sein – und zwar überall

Was bedeutet es Christ zu sein? Die typische Definition sagt, es bedeutet ein Nachfolger Christi zu sein. Doch was ist damit praktisch gemeint? Ist das bei mir sichtbar? Und zwar nicht nur auf einer Holy Spirit Night oder im Gottesdienst sonntags?

Das sind ein paar Fragen, die ich mir schon seit einer Weile stelle und dessen Antworten auch in meinem Freundeskreis gerade ziemlich relevant zu sein scheinen. Vielleicht betrifft dieses Thema ja auch dich. Wenn ja, lies weiter…

Ich habe mich schon als Kind entschieden Jesus nachzufolgen – bin also seit vielen Jahren mit Ihm unterwegs. Und auch wenn ich in dieser Zeitspanne viele Höhen und auch ein paar Tiefen in meinem „Christen-Leben“ hatte, hat mich dieses Thema der Nachfolge und der Frage nach der praktischen Umsetzung meines Glaubens wieder ganz auf’s Neue herausgefordert.

Es ist nämlich schon ziemlich leicht, Dinge zu sagen wie:
„Ich will dir folgen, du bist der Mittelpunkt meines Lebens.“
„Ich gehöre Dir, Jesus.“
„Mein Leben soll Dich ehren.“
„Mein ganzes Leben, geb ich Dir, geb ich Dir,…“ usw., usw.
Und jedes Mal meine ich das auch ernst – ODER?

Und dann überlege ich mir, was es wirklich bedeutet, wenn mein ganzes Leben Jesus gehört. Das bedeutet ja auch, dass Ihm mein Körper gehört, meine Gesundheit, mein Arbeitsplatz, meine Zeit, mein Geld, meine Beziehungen… Stop. Was?!

Eigentlich ist mir das doch seit Jahren klar. Ich dachte, das wäre schon längst alles geklärt. Aber warum fällt dann manches in der Umsetzung immer noch so schwer?

Was ist mit der Gesundheit, der Fitness meines Körpers?

Behandele ich ihn wirklich wie den „Tempel des Heiligen Geistes“ (1.Kor. 6,19)? Oder stopfe ich alles Mögliche in ihn rein und kümmere mich nicht genügend darum, dass er stark und ausdauernd ist? Wie will ich mit aller Kraft Gott lieben (Luke 10:27) und sein Königreich bauen, wenn ich nicht dafür sorge, dass mein Körper die auch hat?
Bist du jetzt schon genauso herausgefordert wie ich?

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Was ist mit meinem Job?

Stehe ich nur jeden Morgen müde auf der Matte, verrichte lustlos meine Aufgaben und gehe abends so bald wie möglich heim, damit ich auch ja beim Lobpreis- oder Hauskirchenabend in der Gemeinde dabei sein kann? Oder gebe ich mein Bestes, zeige Exzellenz in allem was ich tue und arbeite als wäre Gott persönlich mein direkter Vorgesetzter (Colossians 3:23)? Welches von beidem ist wohl das größere Zeugnis?

Was ist mit meinem Geld?

Für mich ist es selbstverständlich meinen Zehnten zu geben, weil ich fest davon überzeugt bin und es schon persönlich erlebt habe, dass Gott Gefallen daran hat und es segnet, wenn wir von Herzen gerne geben. Aber was ist, wenn durch äußerliche Umstände plötzlich das Geld knapp wird? Vertraue ich Gott noch immer, dass er mein Versorger ist? Bin ich weiterhin großzügig und investiere in das, was Gott mir auf das Herz gelegt hat? Gleichzeitig glaube ich, dass ein weiser Umgang mit Geld in unserer verschwenderischen und konsumgetriebenen Gesellschaft auch ein großes Zeugnis ist. Das bedeutet also, dass ich Weisheit von Gott brauche, zur richtigen Zeit mein Geld für die richtigen Dinge auszugeben.

Glaubst du, dass den Menschen um dich herum das auffällt? Ich bin mir ziemlich sicher. Egal ob du im finanziellen Überfluss lebst oder gerade jeden Monat am kämpfen bist – Gott will sich als dein Versorger erweisen und dich dadurch zum Zeugnis werden lassen. Wichtig ist nur, dass dein Kontostand nicht dein komplettes Handeln und deine Motivation beeinflusst (Matthew 6:24). Auch in diesem Bereich hat Gott mich in den letzten Monaten herausgefordert. Aber ich durfte wieder ganz neu lernen, ihm zu vertrauen.

Wie sieht es mit meinen Beziehungen aus?

Wie gehe ich mit Familie, Freunden, Bekannten um? Investiere ich bewusst Zeit, halte den Kontakt und zeige ihnen, dass sie mir wichtig sind? Wissen sie, dass ich sie liebe und schätze oder drücke ich das vielleicht gar nicht so oft aus, wie ich es eigentlich denke? Wenn Jesus für andere in meinem Leben sichtbar sein soll, dann muss ich zuerst einmal mit ihnen in Kontakt sein – und dann bedeutet es, dass ich in meinem Umgang mit ihnen, in dem was ich sage (oder auch nicht) ihnen Gottes Liebe mitteile. Ich glaube, dass wir uns dazu immer wieder bewusst entscheiden müssen.

Was ich wirklich sagen will:

Gott möchte Herr in jedem einzelnen Bereich unseres Lebens sein. Dein Dienst am Sonntag in der Gemeinde ist nur ein Bruchteil von Seinem Plan, wie er dich gebrauchen möchte. Jeder Teil deines Lebens soll Ihm Ehre bringen und die Menschen neugierig machen auf diesen Gott, der unser Leben so viel reicher macht. Wenn dir das bewusst wird, bedeutet das aber auch, dass sich vielleicht einige Dinge in deinem Leben ändern müssen.
Ich möchte dich herausfordern – mit mir gemeinsam – Gott mehr Platz in deinem Leben einzuräumen und Ihm zu erlauben, dich auch außerhalb des Gemeinde-Kontexts zu gebrauchen und in dir sichtbar zu werden. Hier sind ein paar praktische Beispiele, wie das im Alltag aussehen könnte (die Liste ist natürlich lange nicht vollständig und kann von dir persönlich ergänzt werden):

  • Halte deinen Körper fit, fang an Sport zu machen (und wenn es nur ein paar Minuten Treppensteigen am Tag sind, das ist schon mal ein Anfang)
  • Achte auf deine Ernährung! Hierbei geht es auf keinen Fall um Schönheitsideale oder gesellschaftliche Trends, sondern vielmehr darum deinen Tempel rein zu halten und ihm die nötige natürliche Energie zu geben (Und dass Fast Food nicht gut für dich ist, weißt du ja eigentlich auch schon lange – auch wenn es gemeinerweise oft einfach lecker schmeckt)
  • Genauso wie wir eine natürliche Energiezufuhr brauchen, ist auch geistliche Nahrung wichtig. Nimm Gottes Wort jeden Tag zu dir (egal ob das bedeutet, in deiner Bibel zu lesen, deine Bibel-App zu verwenden oder einen Predigt-Podcast in der Bahn zu hören – tägliches „Auftanken“ ist das Stichwort)
  • Komm pünktlich zur Arbeit und gib dein Bestes! Dies tut nicht nur mit hoher Wahrscheinlichkeit deiner Karriere gut, sondern viel wichtiger: Du kannst Leuten erklären, warum du so motiviert bist und wer dir die Kraft dazu schenkt! Lass Exzellenz dein Zeugnis am Arbeitsplatz sein!
  • Gib regelmäßig deinen Zehnten und schaue doch mal wie Gott dich belohnen wird! Er ist treu und steht zu seinem Wort (Malachi 3:10)
  • Gib dein Geld weise aus. Frag den Heiligen Geist, was wirklich wichtig ist in deinem Leben. Manchmal redet Gott auch durch Menschen, die Erfahrung in diesem Bereich haben.
  • Nimm dir bewusst Zeit für Menschen und Freundschaften, investiere in sie, denn das drückt Respekt und Wertschätzung aus
  • Liebe Menschen, so wie Jesus es getan hat. Egal ob es ein Lächeln, ein ermutigendes Wort, ein Gebet oder ein Zeugnis ist: trage Gottes Liebe überall mit dir hin und gib sie weiter. Dieser Punkt fordert mich persönlich sehr heraus, weil er manchmal ganz schön Mut erfordert. Aber wie könnte ich denn diese Liebe für mich behalten, von der ich selbst so überwältigt bin?

Beitragsbild zu hauseEin ganzheitliches Christ-Sein erfordert viel Disziplin und Gehorsam. Und gleichzeitig darf ich dich auch ermutigen, dass es ein Prozess ist und du es nicht allein machen musst. Gott ist voll mit dabei. Ich kann dir das sagen, weil ich selbst noch auf dem Weg bin und dazu lerne, aber gleichzeitig auch schon so oft erlebt habe (und es immer noch tue), wie Gott mich erinnert, ermahnt, ermutigt, mir Kraft gibt und meinen Gehorsam belohnt.
Deshalb sei ermutigt, von ganzem Herzen ein Nachfolger Jesu zu sein – und zwar überall.

Grace Reinhardt

 

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