Detaillierte Analyse der Sequenz über das GOSPEL FORUM in der NDR-Dokumentation vom 04.08.2014

Als GOSPEL FORUM möchten wir hiermit unsere detaillierte Analyse der Sequenzen der ersten acht Minuten der Dokumentation „Mission unter falscher Flagge“ veröffentlichen. Wir gehen davon aus, dass sie vielen Menschen helfen wird, unsere Sicht auf die Aussagen und Inhalte des Films zu verstehen. Sie dient auch als Hilfestellung, hinter die Kulissen zu schauen und sich selbst ein Urteil über verschiedene Aspekte und Hintergründe zu machen.

Folgende Punkte bemängeln wir, die in dem ARD-Beitrag „Mission unter falscher Flagge“, vom 04. August 2014 dargestellt wurden: 

• Mindestens sechs Mal wird in der Dokumentation Filmmaterial aus dem GOSPEL FORUMS verwendet. Für keine dieser Aufnahmen gab es eine Genehmigung. Wir halten das von der Redaktion angeführte Zitatrecht nicht für ausreichend wenn etwa 50% des Beitrags und der Trailer mit unserem Material gedreht wird. Wir prüfen gerade rechtliche Schritte dagegen.

• Mindestens fünf Mal wird innerhalb von sechs Minuten das GOSPEL FORUM durch Gitter oder Zäune – quasi wie aus der Sicht eines Gefängnisses – gefilmt.

• Gleich zu Beginn wird eine große alte Bibel im Vordergrund gezeigt, während im Hintergrund eine Frau mit verdunkeltem Gesicht zitiert wird, dass im GOSPEL FORUM der christliche Glaube „nur eine äußere Fassade bildet, die zerbröckelt.“ Worin diese „Fassade“ bestehen soll wurde nicht gesagt. Keine Fakten, viel negative Stimmung und Verletzung religiöser Gefühle.

• Danach werden drei junge Leute gezeigt, die voller Freude über ihre Glaubenserfahrungen berichten. Sie werden durch den Kommentar der Lächerlichkeit preisgegeben. Wir empfinden es als würdelos, junge Leute um ihres Glaubens willen vorzuführen.

• Das GOSPEL FORUM wird in einem Kommentar als „extrem konservative Christliche Gemeinde“ bezeichnet. Wer sich in der christlichen Szene auskennt, wird uns dagegen als moderne, innovative und zukunftsorientierte Gemeinde wahrnehmen.

• Zu unseren Jugend-Gottesdiensten wird bemerkt: „Mit herkömmlichen Gottesdiensten hat dies hier nichts zu tun.“ Unsere Gottesdienst enthalten Gebete, Lobpreis Gottes, eine Predigt, Fürbitte und vieles andere mehr, der Stil ist moderner und bei der HSN eben jugendgemäß. Die Redaktion konnte offensichtlich nicht zwischen wichtigen Gottesdienst-Bestandteilen und Stilfragen unterscheiden.

• Den Krankenhausseelsorger, Pfarrer Schlecht, kennen wir nicht. Er hat, soweit wir das recherchieren konnten, nie mit uns gesprochen. Seine Aussagen werden von den Redakteuren direkt auf das GOSPEL FORUM bezogen, ob er das meinte, bleibt unklar weil er den Namen unserer Gemeinde nicht nennt. Sollten sich seine Aussagen aber auf die Gemeinde bezogen haben, hätten wir gerne vorher mit ihm persönlich gesprochen. Sich über Medien anzuklagen, ohne vorher miteinander gesprochen zu haben, empfinden wir nicht als korrekten Umgang.

• Der Kommentar von Herrn Pfarrer Schlecht, es gehe zu „wie bei einem schlechteren Managementseminar, bei dem ein Produkt verkauft wird – wie Werbung im Fernsehen, Mit dieser Flasche Wein wirst du glücklich sein…“, empfinden wir als Verunglimpfung des Glaubens an Jesus und der Verkündigung des Wortes Gottes. Anhand von Stilfragen wird uns der Glauben abgesprochen.

• Auch die Aussage, dass Glaube als Machtmittel benutzt wird, bleibt unbewiesen. Es ist uns ein ganz großes Anliegen, dass genau das nicht geschieht. Wir sind sehr bemüht, die Menschen in die Freiheit und eben nicht in Abhängigkeit zu führen. Viele Menschen sagen und schreiben uns, dass sie es genau so erlebt haben und sie sagen dies nicht anonym (wie im Film), sondern frei, transparent und offen.

• Die Aussage, dass „Menschen auf eine bestimmte Linie gebracht werden sollen und dass es dabei eine Art von Gewalt gibt, die da auf Menschen ausgeübt wird“, empfinden wir als Verleumdung. Wir weisen diese unbewiesene Sichtweise scharf zurück und sind entsetzt, dass sich der NDR zu so einer Stimmungsmache instrumentalisieren lässt.

• Es wird behauptet, dass mit vielen Ehemaligen im Vorfeld des Films gesprochen worden ist. Genau dies glauben wir nicht. Denn es werden nur drei anonymisierte Zitate gebracht, von denen nicht einmal klar ist, ob sie von den Betroffenen selbst oder von Statisten gesprochen/ abgelesen wurden.

• Wir lehnen den Einsatz von unkenntlich gemachten Zeugen ab. Bei näherer Betrachtung in der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass die Fehlerquote hier sehr hoch ist.

• Das Ablesen von anonymisierten Zitaten, das mit bedrohlichen Schatten dargestellt wird, empfinden wir darüberhinaus als inszeniert und manipulativ.

• Die Aussage: „Wenn du in den Glaubensgrundkurs eingeladen wirst und darauf eingehst, zieht sich die Schlinge langsam zu …“ empfinden wir als irreführend. Es wird nicht definiert, was diese Schlinge sein soll und, natürlich werden auch wieder keine Fakten gebracht. Wir wissen: Es gibt keine Schlingen, die sich über Menschen zuziehen. Im Gegenteil: Wir sind als evangelische Freikirche vom Wesen her eine „Freiwilligkeitskirche“ und so sieht unser ganzer Gottesdienst und unsere Arbeit auch aus, wir helfen Menschen dabei, freier zu werden.

• Besucher unseres Gottesdienstes werden, übrigens gegen ihren Willen, beim Betreten des Hauses gefilmt. Erneut verbreitet eine Gitter-Perspektive Gefängnis-Atmosphäre. Übrigens stand die Filmcrew beim Dreh frei, ohne Zaun.

• Die Aussage, es gäbe in unseren Eheseminaren „rigide Ansichten“ weisen wir zurück. Wie an anderen Stellen wird hier von Betroffenen Personen in der „Pluralform“ gesprochen („die, die es erlebt haben“) obwohl offensichtlich nur von „einem“ die Rede ist, dessen Gesicht wir nicht kennen.

• Die Aussage: „Wenn der Mann will (es geht um Sex) soll ich (Frau) es auch wollen…“ hat uns sehr befremdet. Das finden wir vom GOSPEL FORUM völlig abwegig. Uns ist es über alle Maßen wichtig, dass Mann und Frau in gegenseitiger Liebe und Respekt – auch was das Sexualleben betrifft – miteinander umgehen. Jede Art von Gewalt, Unterdrückung, Manipulation, etc. lehnen wir ab. Wir sind sicher, dass dies nicht in unserer Gemeinde vorgekommen ist. Wir wünschen uns hier dringend Aufklärung.

• Ein dritter sogenannter Aussteiger behauptet: „Es geht alles nur um Geld, Anerkennung und Macht!“ Wir sagen dazu: Liebe, gegenseitige Wertschätzung und Hochachtung, Demut, einander dienen, sind die Werte, nach denen wir uns ausrichten, wie die Bibel es sagt. Wer etwas anderes behauptet, kennt das GOSPEL FORUM nicht. Auch bei diesen Themenbereichen konnte kein einziges praktisches Beispiel angeführt werden. Warum?

• Entgegen der Behauptung der NDR-Redaktion wurde offensichtlich doch Filmmaterial verwendet, das auf dem Familienfestival „Spring“ ohne Drehgenehmigung angefertigt wurde und Pastor Peter Wenz beim Gebet zeigt. Es ist rechtlich nicht zulässig, Menschen, die sich im sehr persönlichen Bereich, im Gebet, befinden, mit der Kamera zu filmen und ohne deren Einverständnis im Fernsehen zu zeigen.

• Die Aussage, dass hinter der Fassade „seltsamen Vorschriften in Bezug auf Dinge, die als okkult gelten und angeblich aus der Hölle stammen“, zeugen von wenig Kenntnis. Natürlich warnt das GOSPEL FORUM – wie viele andere auch – vor okkulten Verstrickungen. Menschen können durch Verwicklung in okkulte Phänomene in Psychosen, Ängste, Suizid, Depression, Gewalt, Missbrauch hineingeraten. Viele Kirchen, Wissenschaftler, Psychologen, Therapeuten, Ärzte und Pädagogen sehen das genauso – und warnen davor. Es dient dem Schutz von Kindern und Jugendlichen, für die wir Verantwortung haben. Die FSK–Angaben bei Harry Potter Filmen sind aus diesem Grund so gewählt worden.

• Wir glauben nicht, dass diese Dinge aus „der Hölle“ stammen. Eine solche Behauptung ist theologisch nicht haltbar und sollte vom NDR nicht weiter verbreitet werden.

• Die Behauptung von Pfarrer Schlecht, dass es dem Lebensgefühl einiger psychisch Erkrankter entspricht, dass die Stadt von einer „Käseglocke von Dämonen überstülpt ist und freigebetet werden muss.“, ist sicher richtig. Wir als Gemeinde glauben jedenfalls nicht daran.

• Er scheint an dieser Stelle die Auffassung der Weltanschauungsbeauftragten Annette Kick in Stuttgart zu rezitieren, die dem Filmteam beratend zur Seite gestanden hat. Sie wiederholt diese Unterstellung seit etwa 13 Jahren, davon wird sie jedoch nicht wahrer. Richtig ist, dass wir als GOSPEL FORUM glauben, dass Christen für „die Erlösung von allem Bösen“ beten sollen. So lehrt es Jesus im Vaterunser. Und genau das machen wir.

• Die Behauptung der Journalistinnen „mit uns will Peter Wenz nicht sprechen“ ist falsch. Die Wahrheit ist, dass Peter Wenz bereit war, die Interviewfragen (sechs an der Zahl) schriftlich zu beantworten. Dies hat er auch genauso getan. Die Journalistinnen haben unsere Antworten auch vor Fertigstellung des Films erhalten und zeigen das durch ihre Bemerkung: „Peter Wenz bestreitet schriftlich alle Vorwürfe.“ Wir finden, dass sie sich damit selbst widersprechen.

• Apropos „Vorwürfe“: Beim Beantworten der Interviewfragen war uns nicht bekannt, um was es in dem Film inhaltlich gehen sollte, es war von „Recherche“ die Rede. Es ging um Fragen zu verschiedenen Themenbereichen, die uns immer wieder gestellt werden. Wir erklären ausdrücklich, dass die Journalistinnen uns bei der Zusendung der Fragen nicht darüber aufgeklärt haben, dass es in der Dokumentation um Vorwürfe gehen würde, im Film selbst sagen sie dann aber: “ Peter Wenz wies alle Vorwürfe zurück!“. Das finden wir seltsam. 

• Dass keine Filmaufnahmen im GOSPEL FORUM erlaubt wurden, ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Wir schützen unsere Gottesdienstbesucher vor störenden Einflüssen und wollen die Andacht nicht gefährden.

• Die Frage an Jürgen Werth nach Pastor Peter Wenz, Mitglied im Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz, „was ist los im GOSPEL FORUM?“, hat uns befremdet. Wie kann jemand eine Situation kommentieren, die es gar nicht gibt, die durch viel Meinung und komplett faktenfrei konstruiert wurde?  

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