Stellungnahme der Evangelischen Allianz zum NDR-Film „Mission unter falscher Flagge“

Code Red_UAP_Presse-065Dies ist die ungekürzte, abschließende Stellungnahme der Deutschen Evangelischen Allianz zur Dokumentation des NDR „Mission unter falscher Flagge“, Erstausstrahlung am 4. August 2014 in der ARD. Sie wurde heute, 13. Oktober nach intensiver Untersuchung veröffentlicht.

Wie in der Pressemitteilung des Vorsitzenden der Deutschen Evangelischen Allianz, Dr. Michael Diener, am 5. August 2014 angekündigt, hat inzwischen eine umfassende Überprüfung der Vorwürfe stattgefunden, welche in der oben benannten Sendung gegen 5 christliche Werke und Organisationen erhoben wurden. Neben Gesprächen mit den Leitungen dieser Werke haben sich auch der Geschäftsführende Vorstand sowie der Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz im September 2014 mit dieser Thematik ausführlich befasst.

Als Ergebnis dieser Beratungen teilen wir  mit:

1.    Der Hauptvorwurf der Redakteure und Autorinnen der Sendung richtet sich gegen „problematische Strukturen, in denen geistliche Leiter ihre Macht ausnutzen, und wie der Glaube benutzt wird, um Menschen zu manipulieren“.

Die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) nimmt mit den in der Dokumentation angesprochenen Werken diesen Vorwurf sehr ernst. Für uns ist vollkommen eindeutig, dass Machtmissbrauch und Manipulation im Namen des christlichen Glaubens oder des Evangeliums nicht sein dürfen. Dabei ist es selbstverständlich wichtig, dass derartige Sätze nicht nur ein Lippenbekenntnis darstellen, sondern dass Leitungsverständnisse und Strukturen daraufhin untersucht werden, inwieweit sie Machtmissbrauch und Manipulation begünstigen oder verhindern helfen.

Nach eingehender Prüfung können wir nicht erkennen, dass der NDR mit seinen massiven und weitreichenden Vorwürfen den im Film dargestellten Werken wirklich gerecht geworden ist. Hier sollte unter allen Umständen durch eine einseitige Darstellung und unter Ausblendung ganz wesentlicher Gesichtspunkte ein negatives und kritikwürdiges Bild der einzelnen Organisationen gezeichnet werden. In diesem Sinne liefert der NDR in einem Sendebeitrag über Machtmissbrauch und Manipulation selbst ein eindrückliches Beispiel für Machtmissbrauch eines öffentlich-rechtlichen Senders und der Manipulation seiner Zuschauer.

Zugleich kann und will die Deutsche Evangelische Allianz nicht bestreiten, dass Machtmissbrauch und Manipulation in Werken ihres Netzwerkes und eben auch in den im Film angesprochenen Organisationen wirklich vorkamen und leider weiterhin vorkommen können. Auch der DEA liegen als Reaktion auf diesen Filmbeitrag Schreiben betroffener Menschen vor, teils aus im Film dargestellten Gemeinden, teils auch aus ganz anderen Gemeinden und Organisationen.

Jeder einzelne betroffene Mensch hat ein Recht, gehört und ernstgenommen zu werden. Die im Film dargestellten Werke bedauern zutiefst, wo Menschen auf diese Weise zu Schaden gekommen sind und sind zum Gespräch und zur Aufarbeitung der Vorkommnisse jederzeit bereit. Zugleich zeigen die uns vorliegenden Schilderungen aber auch die Komplexität des mit „Machtmissbrauch und Manipulation“ bezeichneten Geschehens. In der Regel handelt es sich um Menschen, die – nach anfänglicher Übereinstimmung – an irgendeiner Stelle in Konflikt mit den theologischen oder ethischen Grundüberzeugungen einer Gemeinde oder der Mehrheit der zu ihr gehörenden Menschen geraten. Aufgrund der inzwischen entstandenen sozialen Nähe und Beheimatung wird dieser Konflikt als extrem belastend und destruktiv empfunden. Auch Fehlverhalten von Leitungspersonen, die den persönlichen Schutzraum oder die Rechte eines einzelnen nicht beachten, können dabei eine wesentliche Rolle spielen. Dass es sich bei Konflikten in und um christliche Gemeinden zudem um eine religiöse und damit als zutiefst existentiell empfundene Dimension menschlichen Lebens handelt, tritt erschwerend hinzu.

Deshalb ist es absolut wichtig, dass christliche Gemeinden generell mit hoher Sensibilität, einem klaren Wertekanon und strukturellen Schutzmechanismen ausgestattet sind. Das ist gewiss auch in Kirchen und Gemeinden nicht immer im notwendigen Maße der Fall und insofern fordert der Filmbeitrag auch dazu heraus, um der Menschen und um des Evangeliums willen hier sachdienliche Veränderungen vorzunehmen.

Zugleich gilt diese Gefährdung durch Machtmissbrauch und Manipulation für alle sozialen Gebilde, die mit einer gewissen Verbindlichkeit unterwegs sind: Vereine, Parteien, Gewerkschaften etwa sind hier ebenfalls gefährdet, dem Einzelnen nicht gerecht zu werden.

Noch einmal: die im Filmbeitrag dargestellten Werke bedauern gemeinsam mit der Deutschen Evangelischen Allianz jeden einzelnen Fall, in dem Menschen Opfer von Machtmissbrauch und Manipulation geworden sind. Aber gemeinsam weisen wir den Vorwurf zurück, dass Machtmissbrauch und Manipulation in den betroffenen Werken grundsätzlich und strukturell angelegt wären. Bei allem Verständnis dafür, dass betroffene Menschen den Schutz der Anonymität für sich beanspruchen, ist es zugleich nicht einfach, mit solchen anonymen Anschuldigungen angemessen umzugehen.

Nach intensiver Beratung hat der Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz den Geschäftsführenden Vorstand am 26.September 2014 beauftragt, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Vertrauenspersonen aus dem christlichen Bereich als sogenannte „Obleute“ benannt werden, die es Menschen, die Machtmissbrauch oder Manipulation erlebt haben, ermöglichen, sich zur Aufarbeitung oder Lösung eines Konfliktfalles vertraulich an sie zu wenden.

2.    Der Filmbeitrag des NDR beschäftigt sich mit Organisationen, die dem pfingstkirchlichen und charismatischen Spektrum des Christentums zuzuordnen sind. Ganz unbestritten können charismatische Gottesdienste sehr von dem abweichen, was unsere nachchristliche Gesellschaft aus dem gottesdienstlichen Leben der beiden großen Volkskirchen kennt. Es wäre aber vollkommen falsch, charismatische Gemeinden schon wegen der Andersartigkeit ihres Glaubensprofils zu diskreditieren. Genau das geschieht aber wiederholt in „Mission unter falscher Flagge“. In den Gesprächen zwischen der Deutschen Evangelischen Allianz und den im Filmbeitrag dargestellten Werken haben wir Einvernehmen darüber erzielt, dass ein charismatisches Glaubensprofil, in dem hohe  Emotionalität sich durchaus mit einem hierarchischen Leitungsverständnis verbinden kann, eine besondere Sensibilität für mögliche Manipulationen und Machtmissbrauch erfordert.

Zugleich hat der Hauptvorstand in seiner Sitzung am 25.September 2014 ganz ausdrücklich die bereichernde Gemeinschaft mit pfingstkirchlichen und charismatischen Personen, Gemeinden und Organisationen bekräftigt. Wir sind dankbar für das charismatische und pfingstkirchliche Glaubensprofil und wollen weiterhin voneinander lernen, uns gegenseitig unterstützen und ermutigen, aber auch kritisieren, wo Kritik notwendig ist. Wir bitten darum, bei der Ausgestaltung des jeweiligen Glaubensprofils auch darauf zu achten, was im Rahmen des jeweiligen Allianznetzwerkes bejaht, mit Respekt getragen oder auch gerade noch ausgehalten werden kann. Der Filmbeitrag des NDR hat erneut gezeigt, dass Christenmenschen, die in der Deutschen Evangelischen Allianz verbunden sind, auch eine Verantwortung füreinander tragen, der wir nur durch andauernde Kommunikation und gegenseitigem Verständnis und Rücksichtnahme gerecht werden können.

3.    Der Filmbeitrag macht auch den Netzwerkcharakter der Deutschen Evangelischen Allianz zum Thema. Auch wenn dies für Außenstehende nicht leicht nachvollziehbar ist, macht es Sinn, dass sich die Deutsche Evangelische Allianz – neben und gerade wegen der bestehenden Institutionen, seien es Körperschaften öffentlichen Rechts oder Vereine – als personales Netzwerk versteht. Es ist richtig, dass sie aufgrund dieser Struktur kein Direktivrecht gegenüber den Menschen, Gemeinden und Werken ausüben kann, die sich mit ihr verbunden wissen.  Allerdings bilden Basis und Veröffentlichungen der Deutschen Evangelischen Allianz durchaus ein Profil, welches der Allianz verbundene Menschen verpflichtet. Über die Zugehörigkeit zu einer Ortsallianz kommt den Ortsallianzen überdies eine besondere Bedeutung, auch bei der Aufarbeitung von kritischen Anfragen, zu. Wir ermutigen die etwa 1.100 Ortsallianzen ausdrücklich, diese Verantwortung auch untereinander wahrzunehmen und bei Bedarf auf die Mitglieder des Hauptvorstandes der Deutschen Evangelischen Allianz zurück zu greifen. Wir sind dankbar für die hohe Verbundenheit zur Allianzarbeit, welche viele Gemeinden in Deutschland auch dadurch ausdrücken, dass sie sich als zur örtlichen Allianz zugehörig bezeichnen.

4.    Einzelne Richtigstellungen

Es ist nicht Aufgabe der Deutschen Evangelischen Allianz, die in der Dokumentation zu den einzelnen Werken getroffenen Aussagen im Einzelnen zu bewerten oder richtig zu stellen.

Vielfach stehen leider Aussage gegen Aussage und wir finden es bedauerlich, dass sich in manchen nach der Ausstrahlung der Dokumentation erschienenen Pressetexten und auch in weiteren Stellungnahmen eine Vorverurteilung manifestiert, die durch nichts gerechtfertigt ist. Einige grundsätzliche Anmerkungen sind uns aber wichtig:

–          Es gibt in der Deutschen Evangelischen Allianz keine grundsätzliche Verweigerung gegenüber Öffentlichkeit oder Interviewanfragen. Der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, steht wie auch der Vorsitzende immer wieder für Interviewanfragen, auch des NDR, zur Verfügung. Die interne Abstimmung auf diese Anfrage des NDR hatte aber ergeben, dass der in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des ERF sowieso schon angefragte Jürgen Werth dann eben auch als ehemaliger Vorsitzender und als Mitglied des Geschäftsführenden Vorstandes der DEA Stellung nehmen soll und kann. Wir halten es für legitim und auch absolut transparent, dass die DEA durch mehrere Personen in der Öffentlichkeit vertreten wird.

In diesem Zusammenhang sei noch angefügt, dass der NDR sich irrt, wenn er Frau Wentland und Herr Wenz dem Geschäftsführenden Vorstand der Deutschen Evangelischen Allianz zuordnet. Beide gehören dem sogenannten „Hauptvorstand“, also der Mitgliederversammlung, an.

–          Was die Vorwürfe gegenüber dem Gospelforum angeht, weisen wir darauf hin, dass das Gospelforum schon seit vielen Jahren darauf hin arbeitet, Machtmissbrauch und Manipulation in seiner Gemeinde auszuschließen. Dazu wurden und werden wiederholt Schulungen, auch durch externe Experten, durchgeführt. Auch wenn dadurch Machtmissbrauch und Manipulation leider nicht grundsätzlich eliminiert werden können, ist es befremdlich, eine Gemeinde, in der Tausende von Besuchern und Gemeindegliedern die Freiheit des Evangeliums erfahren, in einem Sendeformat wieder zu finden, das die „totale Abhängigkeit von Gruppen und Leitern“ aufzeigen möchte. Nachweislich entspricht das ebenso wenig der Intention des Gospelforums, wie die im Film getroffenen Aussagen zur Sexualethik. Das Gospelforum vertritt keine sexuelle Unterwerfung der Ehefrau unter ihren Mann, sondern betont, vertritt und lehrt die  partnerschaftliche Gleichberechtigung innerhalb einer Ehe.

–          Frau Gaby Wentland hat inzwischen mehrfach eingeräumt, dass es im Zusammenhang mit der Veröffentlichung und Handhabung des umstrittenen Videos „Heiße Ware“ auch zu Fehlern gekommen ist. Das Video findet keine Verwendung mehr. Frau Wentland beteuert, im vorliegenden Fall nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt zu haben. Deshalb ist nicht hinnehmbar, wenn in diesem Zusammenhang in diversen Medien von „kriminellen Machenschaften“ oder von einer „Lügengeschichte“ gesprochen und damit indirekt der Vorwurf erhoben wird, Frau Wentland habe hier absichtlich Menschen in die Irre geführt. Es ist an der Zeit, dass die Arbeit von „Mission Freedom“, die verständlicherweise vielen Anfeindungen aus dem betroffenen Milieu ausgesetzt ist, wieder in den Mittelpunkt des Interesses rückt.

–          Die Berichterstattung über „Zukunft für Dich“ ist ein weiteres Beispiel für die einseitig interessengeleitete Darstellungsweise der Verantwortlichen für die Dokumentation. Schon seit Jahren verzichtet das Werk auf Einladungsaktionen auf Spielplätzen. Kinder können die Abholmöglichkeit von zuhause auch nur dann nutzen, wenn eine schriftliche Einverständniserklärung der Eltern vorliegt. Es ist einfach lächerlich, wenn das auf einer Einladungskarte aufgeklebte Bonbon oder der Centbetrag bei einem Quiz nun als Beispiel für manipulative Vorgehensweisen herhalten müssen. Nach diesem Kriterium stünden nicht nur allergrößte Bereiche engagierter Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, sondern auch die Arbeit in vielen Sportvereinen, in Pfadfinderorganisationen oder der gelegentliche McDonald´s Besuch unter Generalverdacht.

–          Was die FCJG Lüdenscheid betrifft, sind auch uns unterschiedlichste Erfahrungen mitgeteilt worden. Die Wohngemeinschaften auf dem „Wiedenhof“ sind deutlich als christlich motiviertes Hilfsangebot zu erkennen und beruhen auf klaren Vorgaben. Die seit etwa eineinhalb Jahren fungierende neue Leiterschaft zeigt eine hohe Sensibilität für die Fragen um Machtmissbrauch und Manipulation. Ein internes „Wertepapier“ soll dazu beitragen, dass die Abhängigkeitssituation der Teilnehmenden, es handelt sich vielfach um drogenabhängige Menschen, nicht ausgenutzt wird.

In der Dokumentation taucht an unterschiedlichen Stellen auch das Thema der Spenden und Kollekten auf. Die FCJG widerspricht der Darstellung, dass bei einem Gottesdienst Geldscheine öffentlich hochgehalten wurden, um danach in eine Kollekte eingebracht zu werden. Stattdessen sollte das Opfergeld in der geschlossenen, emporgestreckten Faust hochgehalten und dann nach einem Gebet vertraulich in die Kollekte eingelegt werden.

Viele christliche Gemeinden begreifen Spenden als einen substantiellen Teil eines verantwortlichen Glaubensvollzuges. Deshalb werden Kollekten angekündigt, es wird für sie gebetet und für deren Erhalt gedankt. Ein Kollektengeschehen, welches dabei den in Deutschland bekannten traditionellen Rahmen verlässt, muss noch kein Anzeichen für einen manipulativen und bevormundenden Umgang mit dem Thema Finanzen sein.

–          Mit der TOS Gemeinde Tübingen hat der NDR schließlich eine charismatische Gemeinde ausgewählt, die diesen charismatischen Bezug extensiv lebt. Wie schon oben angedeutet, erwartet die Deutsche Evangelische Allianz, dass hier in besonderer Weise behutsam und vorsichtig mit Menschen umgegangen wird. Auch wenn die Filmsequenzen ein teils verzerrtes Bild des gottesdienstlichen Geschehens bieten, werden die Heilungszusagen wie auch die sogenannten Geistesmanifestationen innerhalb der Deutschen Evangelischen Allianz unterschiedlich aufgenommen. Wir sind dankbar, dass die TOS Gemeinde vor mehreren Jahren „Leitlinien für Mitgliedschaft und Leben in einer TOS Gemeinde“ erarbeitet hat, die unter anderem auch einen achtungsvollen und befreienden Umgang miteinander festschreiben.

Jobst Bittner hat sich in den vergangenen Jahren besonders dem Thema der Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit und des Antisemitismus gewidmet. Er greift damit ein Thema auf, welches auch an anderer Stelle, etwa in den Büchern von Sabine Bode, erhöhte Aufmerksamkeit findet. Die Redakteure und Autorinnen des NDR verweisen hin und wieder auf unterschiedliche Weltbilder. Es muss in unserer pluralen Gesellschaft möglich sein, auch die Gabe und Kraft des Gebets für eine  Vergangenheitsbewältigung zu reklamieren. Wir unterstützen diesen Ansatz, soweit er die persönliche Freiheit des Einzelnen respektiert.

Schließlich soll darauf hingewiesen werden, dass der in der TOS-Gemeinde verwendete und in einem Glaubensgrundkurs publizierte „Gewissensspiegel“ nur für die eigene Reflexion vorgesehen ist und keine Frage enthält, ob man die eigenen Eltern etwa  nackt gesehen habe oder nicht.

–          Hin und wieder fließen in die Dokumentation auch unterschiedliche Ansichten zur Homosexualität und den Umgang mit homosexuellen Menschen ein. Die Deutsche Evangelische Allianz legt Wert auf die Feststellung, dass es innerhalb ihres Netzwerkes unterschiedliche Standpunkte in dieser Frage gibt. Einig sind wir uns darin, dass es nicht sein darf, dass homosexuelle Menschen diskriminiert, manipuliert oder mit unsachlichen Heilungsversprechen konfrontiert werden.

5.    Zu den beim NDR eingegangenen Zuschauer Reaktionen

Es ist deutlich geworden, dass die Dokumentation „Mission unter falscher Flagge“ höchst unterschiedlich beurteilt werden kann. Die bisherige Diskussion zeigt, dass dabei die jeweiligen Vorverständnisse eine nicht zu unterschätzende Bedeutung haben.  Der Deutschen Evangelischen Allianz ist es wichtig, im Gespräch mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppierungen zu sein. Wir wollen unsere Stimme in die Gesellschaft einbringen und dabei lern- und korrekturfähig bleiben. Die Redakteure und Autorinnen von „Mission unter falscher Flagge“ sprechen am Ende ihrer ausführlichen  Stellungnahme zu der hohen Zahl von Rückmeldungen davon, dass es die Aufgabe eines seriösen Journalismus sei, „das Augenmerk auf Vorkommnisse und Entwicklungen zu lenken, die zumindest diskussionswürdig sind“. Die Sendung wirkt aber weithin nicht als Beitrag zu einer Diskussion, sondern als Urteilsspruch über eine bestimmte Frömmigkeitsrichtung. Hier entzündet sich der Widerspruch der Deutschen Evangelischen Allianz.

Zugleich halten wir fest, dass es absolut inakzeptabel ist, wenn in Reaktion auf diese Dokumentation die Autorinnen und Redakteure persönlich beleidigt und beschimpft werden. Weder das Evangelium noch der Wertekanon der Deutschen Evangelischen Allianz sind mit einem derartigen Verhalten vereinbar. Wir distanzieren uns ausdrücklich von allen unsachlichen und beleidigenden Meinungskundgebungen, wie auch von jeglichem Triumphalismus im Umgang mit diesen Fragen.

Und wir danken allen denen, die sachlich und angemessen ihre Meinung gegenüber dem Sender kundgetan, wie auch all denen, die ihre kritischen Beiträge in einer Haltung verfasst haben, die das gemeinsame Gespräch und wachsende Übereinstimmungen nicht verhindert, sondern immer neu sucht.

Für den Geschäftsführenden Vorstand der Deutschen Evangelischen Allianz,

Dr. Michael Diener, Vorsitzender

 

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