SÜDAFRIKA – Menschen sterben bei Unwetter

In den vergangenen 1 ½  Jahren lebten wir in Durban mit Wasser-Restriktionen, so wie in vielen anderen Teilen des Landes. Aufgrund der anhaltenden Dürre gab es für viele Menschen nur noch zu bestimmten Tageszeiten Wasser aus der Leitung. Bei einigen dagegen war der Wasseranschluss für viele Monate trockengelegt. Die Menschen holten sich das Wasser in Eimern von einem großen Tanker, der mehrmals pro Woche in ihre Straße kam. Wie oft der Tanker in eine bestimmte Straße kam (und ob er überhaupt kam), hing oft davon ab, wie viele “Geschenke” der Tankerfahrer und andere Schlüsselpersonen von den durstigen Menschen bekamen. Doch seit ein paar Monaten hat sich der Himmel geöffnet – und es gab Regen im Überfluss.

Eines Nachts im letzten Monat hat es dann so stark geregnet, dass unzählige Häuser in der Gegend von Durban überschwemmt und viele vollständig zerstört wurden. Menschen aus solchen Häusern besitzen heute nur noch die Kleider, die sie zur Zeit der Katastrophe am Körper trugen. Über 70 Menschen sind durch die Regenfälle in dieser Nacht gestorben. Wir sind Gott dankbar, dass wir als Familie glimpflich davon gekommen sind.

Als ich, Thomas, in jener Nacht um 4:30Uhr aus dem Bett stieg, spürte ich nasse Füße. Als ich das Licht anschaltete, sah ich eine große Wasserpfütze, die sich durch das ganze Haus zog. Draußen regnete es so stark, dass das Wasser durch alle Ritzen ins Haus strömte. Die nächsten Stunden standen wir alle im kalten Wasser. In der Zwischenzeit hatten wir Freunde von uns da, die uns dabei halfen, das Wasser wieder aus dem Haus zu bekommen. Andere Freunde versorgten uns danach tagelang mit gekochtem Essen. Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen haben wir jetzt wieder ein trockenes und bewohnbares Haus – Gott sei Dank.

Die Ereignisse dieser Nacht haben uns persönlich einen sehr starken Eindruck davon gegeben, wie es sich anfühlt, wenn man alles Materielle in einem Augenblick zu verlieren scheint. Es kommt einem vor, als würde einem die eigene Existenz unter den Füssen weggerissen werden. Es kommt der Gedanke: “Was bleibt mir und meiner Familie, wenn alles Materielle auf einmal weg ist?” Ein Gedanke, mit dem wir uns bisher immer nur theoretisch beschäftigt hatten. In unserer Theorie gab es keinen Zweifel: “Jesus ist uns genug”. Jetzt aber wurde aus der Theorie eine praktische Glaubenserfahrung, bei der unser Glaube auf den Prüfstand gestellt wurde. Jesus stellte uns die Frage: “Bin ich euch wirklich genug?” Ich musste mich mit dieser Frage auseinander setzen – mit dem Ergebnis, dass wir jetzt frisch motiviert sind, den Menschen in unserem Umfeld mit Hingabe und durch die Kraft Jesu zu dienen.

Ist Jesus denn auch genug für dich?

Laura & Thomas Hasenknopf