ASIEN – Zurück in die Häuser

Neujahr in Asien wird traditionell 1-2 Monate später gefeiert als das westliche Neujahr und ist mit gutem Essen im Kreise der Familie der Jahreshöhepunkt und die einzige Zeit, wo das Leben in der Großstadt einmal zum Erliegen kommt. Es fasziniert mich jedes Jahr neu, wie plötzlich Ruhe und Leere im sonst chaotisch umtriebigen Straßenbild herrscht.

Bemerkenswert war auch die Ruhe an Weihnachten:  Jahre davor wurde das Fest als allgemeine Partyzeit kräftig gefeiert, jetzt wurde es jetzt ganz verboten – genauso wie alle anderen religiösen Feste. Die Veränderung schreitet mächtig voran und ist überall spürbar. Religiöse Symbole, egal ob buddhistisch, muslimisch oder christlich müssen außen von Gebäuden entfernt werden. Schließungen von einzelnen Gebäuden dienen als Machtdemonstration und Warnung für den Rest: Alles muss sich der einen Stimme unterordnen.

Die Zukunftsmusik heißt damit zurück in die Häuser. Und eben auch wieder von Haus zu Haus zu gehen. Beim Essen, unter Freunden oder unterwegs in Parks – es gibt immer Möglichkeiten für Gebete oder christliche Treffen für die, die wollen. Genauso ist Gottes Wirken nicht begrenzt, sei es bei Hausbesuchen, wo eine bettlägerige Person sich nach Gebet wieder aufrichten kann und nun die ganze Familie den Weg mit Gott geht. Wichtig sind auch Ermutigung, Mitgehen, Jüngerschaft im kleinen Rahmen.

Überhaupt empfinde ich es als die größte Herausforderung, sich in dieser Zeit nicht abzuschotten, sondern ganz bewusst den Nächsten zu sehen und Taten der Barmherzigkeit auszuüben, Beziehungen zu leben – und zwar direkt und nicht übers Handy.

K.