PARAGUAY – Vier Monate ohne Rückreise

Heute kommen Grüße aus Paraguay. Nach vier Monaten in Deutschland bin ich, R., nun endlich wieder zurück. So wie es vielen von uns in dieser besonderen Zeit ergangen ist, wurden auch unsere Pläne über Bord geworfen und es kam alles anders, als wir dachten. Mein Mann konnte aufgrund der Grenzschließungen nicht nach Deutschland einreisen und ich hatte lange Zeit nicht die Möglichkeit zurückzukehren. Solange voneinander getrennt zu sein, war nicht besonders einfach. Umso mehr danken wir allen, die in dieser Zeit für uns gebetet haben und für alle ermutigenden Nachrichten und Anrufe. Leider war es mir durch die Einschränkungen nicht möglich, viele von euch zu besuchen. Trotz allem konnte ich die Zeit in Deutschland besonders mit meiner Familie genießen und wir sind nun dankbar, dass es letztendlich einen von einer paraguayischen Reisegesellschaft organisierten Charterflug von Madrid aus gab, mit dem ich schließlich Anfang Juni hier in Paraguay gelandet bin.

Es war eine sehr spannende Reise, aber auch interessant, viele Menschen aus dieser Zeit kennengelernt und ihre Erlebnisse gehört zu haben. So lernte ich eine deutsche Familie kennen, die bereits Mitte März nach Paraguay auswandern wollte, ihr Haus bereits verkauft, ihr Hab und Gut in Containern verschifft hatte und dann aufgrund der Krise auf ihren gepackten Koffern in Deutschland ohne Zuhause sitzen geblieben war. Eine andere Paraguayerin erzählte, dass sie ihre Familie in Deutschland wegen einer Hochzeit besucht hatte und anschließend nicht mehr zurückkam. Und so hatte jeder seine eigene Geschichte und man spürte, wie es die Menschen miteinander verband. Die Flughäfen waren ungewohnt leer, doch unsere Geduld wurde trotzdem auf die Probe gestellt, da alles etwas anders läuft, als normal während des Check-In, den Kontrolldurchgängen, beim Ausstieg etc. durch lange Menschenschlangen. Besonders emotional war der Moment, als wir landeten. Alle applaudierten lange und jubelten, da sie endlich in ihrer Heimat zurück waren.

Nachdem ich durch alle Kontrollen durch war und auch meinen Koffer hatte, ging es mit einem Bus zum Hotel, in dem ich die zweiwöchige Quarantänezeit verbringen darf oder eher musste. Davon habe ich nun, während ich schreibe, bereits etwas mehr als eine Woche hinter mir. Ich darf das Zimmer nicht verlassen, bekomme mein Essen an die Tür und darf auch keinen Besuch empfangen. Dafür habe ich das Glück, ein Zimmer mit Blick zur Straße zu haben, so dass mein Mann und ich uns wenigsten sehen können.

Die Lage selbst in Paraguay ist relativ gut. Wir befinden uns ab Montag in Phase 3, was bedeutet, dass immer mehr Regeln gelockert werden und die Menschen stückweise zurück zur Normalität finden. Als Gemeinde dürfen wir uns noch nicht versammeln, hoffen und beten aber, dass auch das bald wieder möglich ist. Wie überall auf dieser Welt, finden Gottesdienste und Hauskreise online und via Livestream statt.

Ganz lieben Dank für alle eure Gebete und eure Unterstützung!!

Gottes Segen und liebe Grüße

A. und R.

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